Die kurze Antwort: Nein, nicht für die Mehrheit der Fahrer. Die R9 und die R12 vermitteln genau dieselben Fahrgefühle; die 3 nm Unterschied dienen lediglich dazu, den Zeitpunkt der Sättigung der Basis zu verzögern. Beide lassen sich auf einem Schreibtisch befestigen, sind mit denselben Lenkrädern kompatibel und laufen mit derselben Software. Und wenn Sie bereits eine R9 besitzen, können Sie diese 120 € viel sinnvoller in ein Pedalset investieren.
Nun gibt es jedoch Fälle, in denen sich die R12 wirklich lohnt. Hier sind sie.
Auf der Strecke ändert sich lediglich das Clipping
Eines muss klar sein: Der R9 und der R12 haben denselben Charakter. Derselbe Rendering-Motor, dieselbe Detailgenauigkeit, dieselbe „Sprache“. Unebenheiten, Kraftübertragung, ABS-Eingriffe, leichte Berührungen – all das überträgt sich bei beiden Modellen auf dieselbe Weise in die Hände.
Der Unterschied macht sich erst bemerkbar, wenn Sie das Tempo erhöhen. Die R9 erreicht früher ihre Sättigungsgrenze, und sobald eine Basisbandfrequenz gesättigt ist, wird die Übertragung unterbrochen: Die Effekte werden an der Obergrenze überlagert, und Sie verlieren die Informationen genau in dem Moment, in dem Sie sie am dringendsten benötigen, nämlich an der Haftungsgrenze. Der R12 verschiebt diese Obergrenze um 3 nm nach hinten.
Konkret spielt dies eine Rolle, wenn Sie einen schweren GT3 in iRacing oder ACC mit hoch montiertem FFB fahren. Es spielt keine Rolle, wenn Sie die Empfindlichkeit verringern, um sich bei einer zweistündigen Session nicht die Handgelenke zu verrenken – was die meisten Leute tun. Viele Fahrer fahren ihren R9 mit 60 oder 70 % Verstärkung und erleben in ihrem ganzen Leben noch nie ein Clipping. In diesem Fall macht es keinen Sinn, für 3 nm zu bezahlen, die Sie gar nicht nutzen werden.
Was sich zwischen beiden nicht ändert
Der Rest ist austauschbar, und das ist gut so.
Zunächst zur Montage, da dies oft die erste Sorge ist: Beide lassen sich mit der offiziellen Moza-Klemme, die für 54,95 € erhältlich und mit den Modellen R3, R5, R9 und R12 kompatibel ist, am Schreibtisch befestigen. Bei keinem der beiden Modelle ist ein Cockpit erforderlich. Der einzige Punkt, den es zu beachten gilt, ist das Möbelstück selbst: Je stärker die Basis aufschlägt, desto dicker muss die Tischplatte und desto stabiler müssen die Beine sein. Auf einem Tisch, der sich bewegt, sobald man sich darauf stützt, wird das R12 ihn stark beanspruchen, und alles, was das Möbelstück auffängt, wird nicht in Ihre Hände weitergeleitet.
Das Design: X-Form, schwarze Lackierung, einige Lamellen, Moza-Logo an den Seiten. Der R12 verfügt über einen größeren Motor, weshalb sein Gehäuse etwas massiver ausfällt. Ansonsten gibt es nichts Besonderes zu erwähnen.
Die Verarbeitung: Metallgehäuse, aufgesetzte Backplate, Antriebswelle an der Vorderseite mit hauseigenem Schnellverschluss. Beide Komponenten sind gut verarbeitet und können sich in diesem Segment ohne Weiteres mit Simagic und Fanatec messen.
Lenkräder und Software: dieselben Lenkräder im Sortiment (GT, Touring, Formula, Endurance), dasselbe Pit House, dieselben Einstellungen. Sie müssen beim Wechsel der Basis nichts neu anschaffen.
Was die Plattformen betrifft, sind die Modelle R9 und R12 nicht mehr auf den PC beschränkt: MOZA gibt an, dass sein unter Xbox-Lizenz stehendes Lenkrad ESX den Betrieb dieser beiden Basisstationen auf der Xbox ermöglicht. Der Preis für das ESX beträgt 159 €, wobei regelmäßige Sonderangebote den Kaufpreis senken können. Was die PlayStation betrifft, ist die Marke hingegen eindeutig: Ihre Produkte unterstützen weder die PS4 noch die PS5.
Die heutigen Preise
In der Basisausstattung kostet der R9 V3 kostet zwischen 320 und 350 €, und die R12 V2 beginnt bei etwa 455 €. Die Preisdifferenz liegt somit bei etwa 120 bis 130 €.
Im Paket mit einem Lenkrad beginnt der Preis für das R9 bei etwa 670 € und für das R12 bei etwa 810 €.
Sollten Sie sich für ein höherwertiges Modell entscheiden?
Sie kaufen Ihr erstes Basismodell und fahren zum Vergnügen. R9, ohne zu zögern. Es funktioniert perfekt mit iRacing oder ACC, sofern es richtig eingestellt ist, und die 120 €, die Sie sparen, können Sie in ein Pedalset investieren, was Ihnen weitaus mehr Nutzen bringen wird.
Wenn Sie Ihr erstes Motorrad kaufen und wissen, dass Sie ernsthaft damit fahren werden, sollten Sie sich sofort für die R12 entscheiden. Sie befinden sich im selben Ökosystem und nutzen dieselben Lenkräder, und Sie ersparen sich einen Wiederverkauf in zwei Jahren. Die 120 € Preisunterschied machen sich bei einem Kauf dieser Preisklasse schnell bezahlt.
Sie besitzen bereits eine R9 und zögern, sie zu verkaufen. Tun Sie das nicht. Zwischen dem Wertverlust beim Wiederverkauf und der Differenz von 120 € werden Sie 250 bis 300 € ausgeben – für einen Gewinn, den Sie erst in den letzten fünf Prozent des FFB spüren werden. Investieren Sie dieses Geld lieber in ein Load-Cell-Tretlager – der Zeitgewinn wird unvergleichlich größer sein. Beim Bremsen gewinnen Sie Zehntelsekunden, 3 Nm mehr bringen Ihnen jedoch keine Zeitvorteile.
Sie fahren in einer Liga, mit schweren GT3-Fahrzeugen und mit maximal eingestellter Verstärkung. Dies ist das einzige Profil, bei dem sich der R12 wirklich lohnt, und genau hier wird auch deutlich, warum. Wenn Sie regelmäßig feststellen, dass Ihr R9 in der FFB-Telemetrie an seine Grenzen stößt, wird Ihnen der R12 das zurückgeben, was Sie verlieren.
Im Übrigen bleibt der R9 eines der Modelle mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Markt, und der Umstieg auf den R12 ist eher eine Frage des Seelenfriedens als einer tatsächlichen Notwendigkeit.











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